In der vergangenen Woche stand die Handballszene in Europa ganz im Zeichen der Qualifikationsspiele für die Europameisterschaft 2026. Die Qualifikation wird in acht Gruppen mit je vier Teams ausgespielt. Die beiden Erstplatzierten jeder Gruppe sowie die vier bestplatzierten Gruppendritten sind dann für die Europameisterschaft qualifiziert, die im Januar 2026 in Dänemark, Schweden und Norwegen ausgetragen wird. 

Mit von der Partie waren auch insgesamt fünf HSC-Profis aus dem aktuellen Zweitliga-Kader des HSC 2000 Coburg. In Gruppe 3 kassierte die griechische Nationalmannschaft mit Torhüter Petros Boukovinas zwei herbe Niederlagen gegen den großen Gruppenfavoriten Island. Dem 25:34 im heimischen Chaldika folgte eine deutliche 21:33 – Niederlage in Reykjavik, die auch die 17 Paraden des HSC-Keepers nicht verhindern konnte. Aktuell rangiert Griechenland mit zwei Punkten zwar nur auf Platz 4, hat aber in den beiden ausstehenden Spielen in Georgien und zu Hause gegen Bosnien und Herzegowina noch alle Chancen auf eine erfolgreiche Qualifikation.

In der Gruppe 4 kam es zweimal zum direkten Aufeinandertreffen von Italien und Lettland und somit von Mikael Helmersson auf der einen und den Brüdern Valkovskis auf der anderen Seite. Die seit wenigen Tagen von Bob Hanning trainierte italienische Nationalmannschaft war eine der positiven Überraschungen bei der jüngsten Weltmeisterschaft im Januar und konnte die guten WM-Ergebnisse auch aktuell bestätigen. Bereits in der ersten Partie im lettischen Jeglava war Italien von Beginn an die dominierende Mannschaft und siegte am Ende verdient mit 35:30. Noch deutlicher wurde es dann im Rückspiel im sardinischen Oristano, wo am Ende sogar ein 41:30 für Italien zu Buche stand. Damit hat die lettische Nationalmannschaft, bei der Janis Pavels Valkovskis mit insgesamt 16 Toren in beiden Spielen der erfolgreichste Torschütze seines Teams war, nur noch theoretische Chancen für eine erfolgreiche EM-Qualifikation. Dagegen führt Italien im Moment punktgleich mit Spanien die Gruppe an und ist damit auf dem allerbesten Wege, sich nach 1998 zum zweiten Mal für eine EM zu qualifizieren.

Gute Chancen auf eine erfolgreiche EM-Qualifikation hat nach wie vor auch die Auswahl Polens mit Bartłomiej Bis. In den beiden ersten Partien nach der Entlassung von Cheftrainer Marcin Lijewski hatte es Polen immerhin mit dem WM-Vierten Portugal zu tun. Und in der ersten Begegnung im heimischen Gdansk stand die polnische Mannschaft sogar kurz vor der Sensation, kassierte dann aber drei Sekunden vor dem Abpfiff den unglücklichen 36:36-Ausgleich. Und auch trotz der 27:33-Niederlage im Rückspiel in Odivelas sind die Chancen für Bartek & Co. nach wie vor absolut in Takt. Mit vier Punkten rangiert Polen aktuell auf Tabellenplatz 2.

Im Einsatz als Cheftrainer der ukrainischen Nationalmannschaft war Vadym Brazhnyk. Der Torwarttrainer des HSC 2000 Coburg musste mit seinen Schützlingen zweimal gegen Kosovo antreten – mit gemischtem Erfolg. Beim Hinspiel in Prishtina kassierte man kurz vor Schluss unglücklich das 30:31. Dem folgte jedoch drei Tage später im litauischen Kleipeda mit einem deutlichen 36:25 – Erfolg die erfolgreiche Revanche. Damit rangiert die Ukraine aktuell auf Tabellenplatz 2 der sehr ausgeglichenen Gruppe 6, zu der außerdem noch die Färöer Inseln und die Niederlande gehören.

Die endgültigen Entscheidungen in allen Gruppen fallen an den beiden letzten Spieltagen Anfang Mai. Bis dahin gilt für alle Akteure erst einmal wieder der Ligaalltag. Dort geht es für den HSC 2000 Coburg schon am kommenden Sonntag weiter, wenn der TuS N-Lübbecke um 17 Uhr am Familienspieltag zu Gast in der HUK COBURG arena sein wird.

Bericht von Gerd Nußpickel

Bild von Davide Bianchi